Ceramide - Eigenschaften und Wirkung - erfahren Sie alles!
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Entgegen der bisweilen zu hörenden Überzeugung von Verbrauchern aller Branchen, die besagt: "Wenn ein Produkt für alles ist, ist es im Grunde für nichts", gibt es in der Welt der Pflege gewisse Ausnahmen, über die Wissenschaftler und Fachleute, Kosmetikhersteller und Anwender einhellig sagen: UNIVERSELL, FÜR JEDEN HAUTTYP. Das betrifft sowohl bestimmte Produktarten, etwa eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor (unbedingt!), als auch Wirkstoffe, deren Wirkung jeder Haut unbestreitbaren Nutzen bringt. Einer davon sind... Ceramide! Erlauben Sie uns, sie Ihnen vorzustellen :)
Was sind Ceramide?
Der Form halber beginnen wir mit dem chemischen Blickwinkel: Ceramide sind eine Familie von Lipidsubstanzen, deren Hauptbaustein ungesättigte Fettsäuren sind. Ihr Name stammt vom lateinischen Wort cera, das Wachs bedeutet, sowie von Amid - einer Art chemischer Verbindung mit bestimmter Struktur.
Was ihr Vorkommen im Organismus betrifft, so sind Ceramide ein Bestandteil der Zellmembran eukaryotischer (also kernhaltiger) Zellen, die für den Schutz des Zellinneren vor schädlichen äußeren Einflüssen verantwortlich ist. Ihre wichtigste Rolle erfüllen sie jedoch an anderer Stelle: Ceramide sind das wichtigste Element jenes Kitts, der die Zwischenzellräume in der Hornschicht der Epidermis ausfüllt, und der Hauptbaustoff, der für deren Dichtigkeit verantwortlich ist. Aus diesem Grund werden sie oft als interzellulärer Zement bezeichnet.
Wissenswertes: Aufgrund ihres chemischen Aufbaus gehören Ceramide zur Lipidgruppe der Sphingolipide - sie bestehen nämlich aus einem Sphingosinmolekül und einer Fettsäure. Wenn Sie dabei an die Sphinx denken, liegen Sie richtig! Sphingosin wurde erstmals von Johann Ludwig Wilhelm Thudichum beschrieben und benannt, einem Biochemiker, der bei der Untersuchung der Zusammensetzung des Gehirns viele zuvor unbekannte Moleküle charakterisierte. Der Aufbau des Sphingosinmoleküls erwies sich für ihn als Quelle vieler Rätsel - eben wie die mythische Sphinx - und das entschied über den Namen, den er ihm gab ;)
Charakteristik der Wirkung von Ceramiden
1983 stellte der amerikanische Wissenschaftler Peter M. Elias die Idee vor, die Hornschicht der Epidermis mit einer Ziegelmauer zu vergleichen. Die Korneozyten, also die flachen, kernlosen Zellen der Epidermis, bilden gewissermaßen die Ziegel, die von einem Zement aus einer Lipidmischung zusammengehalten werden, die zu etwa 50% aus Ceramiden sowie zu 25% aus Cholesterin und zu 25% aus freien Fettsäuren besteht. Dieser "Mörtel" in unserer Haut ist für den Schutz der tiefer liegenden Schichten vor Wasserverlust verantwortlich - er bildet eine undurchlässige Hülle, die das Verdunsten von Feuchtigkeit begrenzt (und zugleich Mikroorganismen aufhält, die aus der äußeren Umgebung durch die Haut eindringen wollen). Ceramide tragen damit direkt oder indirekt bei zu:
- der Aufrechterhaltung eines guten Feuchtigkeitsniveaus der Haut, der Vorbeugung von Dehydrierung und Austrocknung,
- der Stärkung der Schutzbarriere der Haut und damit dem Schutz der Haut vor negativen äußeren Faktoren und der Vorbeugung von Reizungen,
- der Linderung von Reizungen, der Regeneration und dem Wiederaufbau von Hautschäden,
- der Spannkraft der Haut, einer faltenmindernden und festigenden Wirkung, der Verlangsamung der ersten Anzeichen von Hautalterung,
- der Vorbeugung einer übermäßigen Abschuppung abgestorbener Epidermiszellen,
und helfen auf diese Weise, die Homöostase der Haut aufrechtzuerhalten, sodass sie ihre physiologischen Funktionen richtig erfüllen kann.
Wissenswertes: Frischgebackenen Eltern sollten Ceramide bestens bekannt sein - sie werden in enormen Mengen von der Epidermis des Fötus gebildet und sind der Hauptbestandteil der schützenden Käseschmiere (lat. vernix caseosa), die die zarte Haut Neugeborener nach der Geburt bedeckt.
Ceramid-Gewinne und -Verluste
Die Biosynthese von Ceramiden kann in jedem Organismus und in jedem seiner Gewebe stattfinden - sie verläuft auf drei Wegen, in verschiedenen Zellorganellen, wodurch Ceramide unterschiedliche Eigenschaften zeigen und verschiedene (wenn auch einander ergänzende) Funktionen erfüllen. In der Haut, die Ceramide selbst synthetisieren kann, findet ihre Produktion in der Stachelzell- und der Körnerzellschicht der Epidermis statt, ihre Speicherung dagegen in der Hornschicht, wo sie deren wichtigsten Lipidbestandteil bilden.
Unsere Haut bildet über ein Dutzend Arten von Ceramiden, die der Reihe nach mit arabischen Ziffern bezeichnet werden - jede von ihnen hat einen anderen molekularen Aufbau, der verschiedene Formen von Sphingosin und verschiedene Fettsäuren vereint. Insgesamt bilden Ceramide über 100 verschiedene Verbindungen! Erwähnenswert ist, dass das Vorkommen mancher Ceramide ausschließlich für die Hornschicht der Epidermis charakteristisch ist - anderswo wurden sie nicht nachgewiesen. Ceramide sind auch ein Baustoff unserer Haare - sie füllen die Zwischenzellräume des Haares aus und beeinflussen dessen Feuchtigkeitsgehalt und Spannkraft.
Als besonders außergewöhnlich gilt das Ceramid Typ 1, dessen Moleküle die Fähigkeit besitzen, sich mit der benachbarten Lipidschicht zu verbinden, wodurch es die Epidermis noch stärker verkittet. Beachtung verdient auch das Ceramid 6-II, das Phytosphingosin enthält - eine Form mit entzündungshemmenden und die geschädigte Hautbarriere wiederaufbauenden Eigenschaften.
Leider ist der Ceramidgehalt im Organismus nicht konstant. Ihre Produktion nimmt mit dem Alter ab und kommt nach dem 40. Lebensjahr meist vollständig zum Erliegen. Sie kann außerdem unter dem Einfluss von oxidativem Stress, der schädlichen Wirkung äußerer Faktoren (etwa UV-Strahlung) oder hormoneller Veränderungen unter anderem im Zusammenhang mit den Wechseljahren abnehmen, ebenso infolge falscher Pflege - besonders durch die Reinigung der Haut mit zu starken Detergenzien, den übermäßigen Einsatz von Peelingprodukten oder, im Fall der Haare, durch Hitzestyling, Färben und Blondieren.
Eine unzureichende Menge an Ceramiden führt dazu, dass die Haut anfälliger für Reizungen, Schäden und die Entwicklung von Entzündungen wird - es können übermäßige Empfindlichkeit und Schuppung, ein Brennen und Spannungsgefühl auftreten. Infolge eines gesenkten Ceramidspiegels verliert die Haut ihren gesunden Teint und ihre Elastizität, Epidermis und Haare werden dünn, trocken und rau, und unsere Frisur verliert Glanz und Volumen.
Für jeden etwas Gutes - die Wirkung von Ceramiden in der Kosmetik
Wegen ihrer bedeutenden Rolle bei der Erhaltung von Haut und Haaren in gutem Zustand haben Ceramide in der Kosmetik breite Anwendung gefunden, als geschätzter Wirkstoff sowohl in Produkten für die Heimpflege als auch in speziellen Kabinettpräparaten. Da sie in die Strukturen des interzellulären Zements der Hornschicht eindringen und die Epidermisbarriere wirksam wiederaufbauen, werden sie vor allem bei der Vorbeugung und Beseitigung von Trockenheitszuständen der Haut unterschiedlichster Ursache eingesetzt, auch solcher, die durch Dermatosen (wie Schuppenflechte oder Neurodermitis) oder Allergien bedingt sind. Sie werden ebenso unterstützend bei der Aknebehandlung verwendet: Eine Nebenwirkung dermatologischer Kuren ist nicht selten eine Reizung der Haut und eine Störung der Hydrolipidbarriere - zwei Faktoren, die ... die Entstehung von Akneveränderungen begünstigen. Um also den sogenannten "Teufelskreis" zu vermeiden, kombiniert man spezielle Anti-Akne-Präparate am besten mit einer täglichen, ceramidreichen Pflege :)
Es ist also nicht schwer zu folgern, dass Ceramide vorbeugend in der Pflege jedes Hauttyps ihren Platz haben sollten, besonders angezeigt sind sie jedoch für trockene, empfindliche, gereizte oder reife Haut. Es lohnt sich, sie zu jeder Jahreszeit einzusetzen - sie helfen, die Haut zu regenerieren, egal ob sie Sonnenstrahlen und Meerwasser oder Wind und Frost ausgesetzt war. In der Haarkosmetik wiederum kümmern sich Ceramide um den Wiederaufbau und die Stärkung der Haarstruktur sowie um das Abdichten der Schuppen, schützen vor Wasserverlust, beugen Spliss vor und verleihen dem Haar Spannkraft und Glanz.
Entschlüsseln wir die Zusammensetzung
Die in Kosmetikprodukten eingesetzten Ceramide können aus verschiedenen Quellen gewonnen werden. Am häufigsten werden Phytoceramide verwendet: Verbindungen pflanzlichen Ursprungs mit einem chemischen Aufbau, der den in der menschlichen Haut vorhandenen Ceramiden ähnelt. Gewonnen werden sie unter anderem aus Getreide, Reis, Mais, Kartoffeln (auch Süßkartoffeln) oder Soja. Seltener begegnet man natürlichen Ceramiden, die aus tierischen Geweben extrahiert werden - meist aus dem Gehirn oder dem Rückenmark. Größerer Beliebtheit erfreuen sich dagegen die sogenannten Pseudoceramide, also synthetische Entsprechungen natürlicher Ceramide. Dank der Entwicklung von Wissenschaft und Technik erlauben fortgeschrittene biotechnologische Verfahren die Herstellung von Ceramiden, die mit denen in unserer Haut identisch sind: Ceramid 1 (EOP), Ceramid 3 (NP) sowie Ceramid 6-II (AP). Gerade ihre Kombination in einer Kosmetikrezeptur bringt die besten Pflegeergebnisse beim Wiederaufbau der Schutzbarriere der Haut und der Wiederherstellung ihrer richtigen Funktion.
Wenn Sie in den auf Kosmetikverpackungen angegebenen INCI-Listen nach Ceramiden suchen, können Ihnen folgende Bezeichnungen begegnen:
- Ceramide EOS
- Ceramide NG oder Ceramide NS
- Ceramide NP (am häufigsten in Kosmetikformulierungen anzutreffen)
- Ceramide AS
- Ceramide AP
- Ceramide EOP
Die einzelnen Arten entsprechen den natürlich in der menschlichen Haut vorkommenden Ceramiden und ergänzen deren Wirkung. Hinter jedem Buchstabenkürzel verbirgt sich wiederum die Information, aus welchen chemischen Verbindungen das Molekül des jeweiligen Ceramids aufgebaut ist - S steht beispielsweise für Sphingosin und P für Phytosphingosin.
Was überraschen mag: Auf der Inhaltsstoffliste stehen Ceramide nicht selten näher am Ende als am Anfang (an dieser Stelle erinnern wir daran, dass die Inhaltsstoffe in der INCI nach absteigendem prozentualen Anteil in der Rezeptur aufgeführt werden, wobei die in einer Konzentration unter 1% enthaltenen in beliebiger Reihenfolge stehen dürfen), doch das ist kein Grund zur Sorge - Ceramide sind selbst in sehr geringen Konzentrationen außerordentlich wirksam :)
Noch mehr Möglichkeiten
In Kosmetika können auch die Vorstufen der Ceramide selbst enthalten sein, also Verbindungen, die an ihrer natürlichen Produktion in der Haut beteiligt sind, wie Sphingosin oder Phytosphingosin (in der INCI entsprechend unter den Namen Sphingosine und Phytosphingosine), sowie Wirkstoffe, die die natürliche Synthese von Ceramiden anregen - unter anderem Niacinamid (Vitamin B3), Vitamin C oder Milchsäure.
Das Interesse sowohl der Kosmetikhersteller als auch der Verbraucher wecken zudem Rohstoffe, die man Ceramid-Analoga nennt - bioaktive Substanzen mit ähnlicher Molekularstruktur und analogen Eigenschaften wie ein bestimmtes Ceramid. Eines davon ist ein einzigartiges Derivat der Fettsäuren, die aus den Samen der Pflanze Limnanthes alba gewonnen werden. Es ist eine blühende Pflanze aus der Familie, die als Meadowfoam bezeichnet wird und im feuchten, grasigen Umfeld der amerikanischen Bundesstaaten Kalifornien und Oregon wächst. Ihre Samen bestehen zu ganzen 20-30% aus Fett - das im Kaltpressverfahren gewonnene Meadowfoam-Samenöl ist eines der stabilsten Pflanzenöle, reich an den antioxidativ wirkenden Vitaminen A und E und zeichnet sich durch einen einzigartigen, außerordentlich hohen Gehalt an langkettigen Fettsäuren aus, was ihm besondere nährende Eigenschaften verleiht.
Wissenswertes: Die winzigen weißen Blüten der Pflanze Limnanthes alba erinnern an Schaum, der auf einer Wiese schwimmt. Ihr englischer Name white meadowfoam entstand eben aus der Verbindung der Wörter meadow - Wiese und foam - Schaum. Im Deutschen begegnet man daher manchmal der Bezeichnung "Wiesenschaumöl", gebräuchlich ist aber auch die Schreibweise "Meadowfoam-Samenöl".
Kehren wir jedoch zum erwähnten Rohstoff zurück und sehen wir ihn uns etwas genauer an. Diese klare Flüssigkeit von bernsteinfarbener Tönung ist ein veganer Kosmetikrohstoff, konform mit den Standards der Öko-Zertifikate COSMOS und Ecocert, und erscheint in der INCI unter dem Namen Meadowfoam Estolide. Wollte man ihn vollständig übersetzen, müsste man sagen: oligomere Ester der Fettsäuren des Meadowfoam-Samenöls. Uff ;)
In Pflegekosmetik erfüllen sie vor allem eine feuchtigkeitsspendende und schützende Funktion - das Molekül von Meadowfoam Estolide ist nämlich strukturell dem Ceramid 3B (auch als IIIB oder NP bezeichnet) ähnlich, das für die Speicherung von Wasser in der Epidermis unerlässlich ist. Es zeigt eine hohe Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden, wodurch es hilft, den transepidermalen Wasserverlust (transepidermal water loss - TEWL) wirksam zu reduzieren und dabei nicht nur den Feuchtigkeitsgehalt, sondern auch dessen Verteilung in der Haut zu erhöhen. Damit trägt es zu einer sichtbaren Verbesserung von Teint, Textur und Gesamtbild der Haut sowie zu mehr Weichheit und Elastizität bei. Meadowfoam Estolide sorgt auch in der Haarpflege für eine konditionierende Wirkung - es baut sich in die Haarstruktur ein und hebt den Feuchtigkeitsgehalt im Zellinneren, gibt dem Haar Elastizität zurück und verringert den Reibungskoeffizienten der Schuppen. Auf diese Weise baut es eine wirksame Schutzbarriere mit auf, die jedes Haar sowohl vor mechanischen Schäden als auch vor Schäden durch hohe Temperaturen (etwa beim Föhnen oder Glätten) schützt.
Ceramid-Analoga in der Praxis
Dank seiner Eigenschaften findet Meadowfoam Estolide besondere Anwendung in Produkten für eine auf Feuchtigkeit und Pflege der Haut sowie auf Anti-Aging ausgerichtete Routine, ebenso in Shampoos, Spülungen und Haarstylingprodukten oder sogar in Haarfarben. Zusätzlich wird es auch bei der Herstellung dekorativer Kosmetik eingesetzt, der es eine elegantere Textur und ein feineres Finish sowie eine höhere Farbsättigung und eine bessere Haftung des Pigments beim Auftragen auf die Haut verleiht.
Im Angebot von Ministerstwo können Sie die wertvollen Eigenschaften des erwähnten Ceramid-Analogons nutzen, indem Sie zu unseren festen Shampoos Milch-Honig-Hafer oder Grüner Tee sowie zum Aktiven Elixier für die Augen- und Mundpartie Rose-Himbeere + Ximeninsäure greifen. Unter anderem dieser Inhaltsstoff sorgt dafür, dass Haare, die regelmäßig mit unseren festen Shampoos behandelt werden, Pflege ohne Beschwerung und Fetten, Feuchtigkeit und Spannkraft erhalten, und dass die mit dem Elixier gepflegte Haut unter den Augen Glätte und eine tägliche Portion der faltenmindernden Vitamine A und E bekommt.