Sheaologie - alles, was Sie über Sheabutter wissen möchten!
Inhalt
Das bedeutet wörtlich (auf unsere Art ;)) "die Lehre von Shea"
Wir laden Sie zu einer außergewöhnlichen Geschichte über einen Klassiker der Kosmetik ein, über einen bemerkenswerten Rohstoff, das Gold Afrikas.
Was ist Sheabutter - ganz kurz gefasst
Shea ist ein pflanzliches Öl, das aus den Früchten eines afrikanischen Baumes gewonnen wird, den man (Sie werden gleich erfahren, warum ;)) Parks Butterbaum nennt. In frischer, unverarbeiteter Form hat es eine cremige Farbe und eine harte, kompakte, butterartige Konsistenz. Es ist ein stabiles Fett, das nicht schnell ranzig wird. Trotz der scheinbar unangenehm harten Konsistenz verwandelt sich Shea nach kurzem Erwärmen in den Händen und bei Hautkontakt in ein flüssiges, angenehmes, nährendes Öl. Um das Auftragen etwas zu erleichtern, lässt sich Shea im Wasserbad erwärmen (sehr langsam - damit Sie sich nicht verbrennen - und die Temperatur der Butter allmählich auf höchstens 80 Grad Celsius bringen, denn höhere Temperaturen führen dazu, dass dieser Rohstoff seine wunderbaren Pflegeeigenschaften verliert).
PS: Bitte denken Sie zugleich daran, der Butter nicht auf eigene Faust Wasser zuzusetzen (damit betreten wir den Bereich der Wasser-Fett-Mischungen, die entsprechend konserviert werden müssen, damit man sie sicher in der Pflege verwenden kann ;)).
Da Sheabutter schon bei 30 Grad schmilzt, ist ihre Anwendung im Sommer deutlich bequemer - Shea ist dann weicher, lässt sich leichter entnehmen und schmilzt noch schneller in den Händen. Aber! Ganz im Ernst, Shea ist bei jedem Wetter großartig :)
Wir werden Ihnen also die enorme Zahl seiner Vorzüge vorstellen. Herzlich willkommen!
Was ist Sheabutter? Woher stammt sie, wie entsteht sie und warum ist sie so außergewöhnlich?
Ein paar Kuriositäten über Sheabutter zum Auftakt!
Dank ihrer vielseitigen Pflegeeigenschaften hat Sheabutter unter Kosmetikherstellern enorme Popularität gewonnen, und diese Popularität scheint mit jedem Jahr zu wachsen. Sie wird jedoch auch in der Gastronomie eingesetzt - sie ist Bestandteil edler Schokoladen und Margarinen (ja, sie ist essbar!). Doch zurück zur Kosmetik (denn damit befassen wir uns professionell, das Kulinarische überlassen wir lieber den Besseren ;)) - mit Sheabutter entstehen unter anderem nährende Body Lotions und Cremes, Gesichtspflegeprodukte, Haarspülungen und Shampoos, Lippenstifte, Seifen und viele, vieele andere Produkte. Shea spendet Feuchtigkeit, glättet, lindert, stärkt, strafft, macht weich, schützt, löst keine Allergien aus... Sie ist magisch! In der Internationalen Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) finden Sie sie unter der Bezeichnung Butyrospermum Parkii Butter. Wer von Ihnen hat diesen Bestandteil unter "Ingredients" in seiner Lieblingslotion, Körperbutter oder Creme entdeckt? Wir sind bestimmt nicht die Einzigen :).
FUN FACT!
Sheabutter war schon in der Antike bekannt! Bereits vor unserer Zeitrechnung nutzten die großen ägyptischen Königinnen - Kleopatra, Nofretete oder Makeda - Shea zur Pflege von Körper und Haar und schützten diese damit vor der brennenden Wüstensonne.
Über den Mann, der Shea nach Europa brachte
Im 18. Jahrhundert beschrieb der schottische Reisende und Erforscher des afrikanischen Kontinents Mungo Park bei seinen ersten Expeditionen nach Westafrika in seinen Tagebüchern einen wild wachsenden, langlebigen Baum, dessen Einzigartigkeit er anschließend den Europäern nahebrachte. Ihm zu Ehren erhielten der Baum und der aus ihm gewonnene Rohstoff den lateinischen Namen, den wir kennen und bis heute verwenden: Butyrospermum Parkii [von lat. butyro - Butter, spermum - Samen, und Parkii - wie man sich leicht denken kann - stammt vom Nachnamen des Reisenden ;)].
"Shea" - s'í - bedeutet in der Bambara-Sprache heilig
Der von Park beschriebene Baum gilt seit Hunderten von Jahren als heilig (vor allem wegen seiner Langlebigkeit - er wird bis zu 300 Jahre alt!) und wird von zahlreichen afrikanischen Völkern verehrt, die aus den außergewöhnlichen Eigenschaften seiner Früchte und Samen schöpfen.
"Karité" - ghariti bedeutet in der Wolof-Sprache Leben
Die Namen "Shea" und "Karité" werden gleichbedeutend verwendet. Shea ist die englische Schreibweise. Sie leitet sich vom Wort s'i' ab, das unter anderem die Menschen in Mali, Burkina Faso und an der Elfenbeinküste verwenden. Karité wiederum ist die französische Schreibweise, abgeleitet vom Wort ghariti. Im Senegal, in Gambia und in Mauretanien werden die Butterbäume nämlich Bäume des Lebens genannt.
Butterbäume - Parks Butterbäume
Butterbäume kommen in 19 Ländern West- und Zentralafrikas vor. Dazu gehören unter anderem: Burkina Faso, Benin, Ghana, Äthiopien, Mali, die Elfenbeinküste, Nigeria, Senegal, Uganda und der Sudan. Das südlich der Sahara gelegene Gebiet wird Shea-Gürtel genannt. Nigeria, Ghana und Uganda sind für die sehr hohe Qualität des aus den Butterbäumen gewonnenen Rohstoffs bekannt. Aufgrund des Verbreitungsgebiets unterscheidet man zwei Unterarten dieser Bäume - nach botanischer Nomenklatur sind das: Vitellaria Paradoxa (in Westafrika wachsend) und Vitellaria Nilotica (in Ostafrika beheimatet). Sie ähneln einander, doch die aus ihnen gewonnene Butter hat etwas andere Eigenschaften, auf die wir später eingehen. Die Butterbäume stehen unter besonderem Schutz, da die Art vom Aussterben bedroht ist. Diese Bäume haben einen enormen Einfluss auf die lokale Wirtschaft - sie machen den Boden fruchtbar (rund um sie wird häufig Getreide gesät), spenden Schatten, ihre Früchte sind eine fettreiche Nahrungsquelle, und das aus den Samen gewonnene Öl ist ein überaus wertvolles Exportgut. Trotz aller Bemühungen ist es bis heute nicht gelungen, die Butterbäume zu "domestizieren" und in Plantagen anzubauen. Butterbäume brauchen lange, bis sie Früchte tragen (die erste Ernte ist erst nach über einem Jahrzehnt möglich), und ihre Bedürfnisse und Ansprüche (dank derer sich ein Anbau in größerem Maßstab starten ließe) geben nach wie vor Rätsel auf. Butterbäume wachsen einzeln, selten trifft man sie in Gruppen an. Sie erreichen bis zu 25 Meter Höhe. Sie haben ledrige, an den Zweigenden gebündelte Blätter von länglich-ovaler Form, die auf der Unterseite mit feinem Flaum bedeckt sind. Recht ungewöhnlich: Sie blühen in der Trockenzeit, und ihre Blüten sind klein und cremefarben. Ein Butterbaum trägt alle 2-3 Jahre Früchte, und die pflaumenähnlichen, gelbgrünen Früchte erscheinen erst an 15-20 Jahre alten Bäumen, zu Beginn der Regenzeit. Wie erwähnt sind die Früchte des Butterbaums essbar, und in ihrem Inneren befindet sich ein großer, ungemein wertvoller, rotbrauner Samen. Genau aus diesem Samen wird die Sheabutter gewonnen.
Die Früchte des Butterbaums
Rund, manchmal länglich, hellgrün, bisweilen ins Gelbliche gehend und so groß wie eine Pflaume - so lassen sich die Früchte des Butterbaums kurz beschreiben. Werfen wir jedoch einen Blick ins Innere der Frucht, unter ihre glatte, saftig grüne Schale :). Unter der Schale liegt eine dünne Schicht etwas festeren Fruchtfleischs, das mit dem Reifen der Frucht weicher wird. In der Konsistenz erinnert es an eine reife, auf der Zunge zergehende Birne. Es schmeckt leicht süß, mit einer zarten nussigen Note. Das Fruchtfleisch der Butterbaumfrüchte hat einen sehr niedrigen Zuckergehalt. Reich ist es dagegen an Ballaststoffen, Vitamin C (es enthält davon dreimal mehr als Orangen!), Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Zink und weiteren Nährstoffen. Darüber hinaus enthalten die Sheafrüchte eine beachtliche Menge an Phenolen (ähnlich wie grüner Tee), die antioxidative Eigenschaften besitzen.
Sheabutter in der Küche!
Die Früchte, genauer gesagt ihr Fruchtfleisch, können roh oder gekocht verzehrt werden. Man gibt sie in Backwaren, sie dienen auch der Herstellung von Marmeladen, Gelees und sogar... Wein! Die aus den Kernen gewonnene Butter wird wiederum zum Braten und Backen verwendet und gilt als Geschmacksverstärker. Über den Prozess der Sheabutter-Herstellung berichten wir im nächsten Teil ausführlicher. Jetzt sagen wir nur so viel: Der Herstellungsprozess umfasst Kochen, Trocknen, Zerstoßen, Rösten, Mahlen, Kneten, Kochen und Filtern. Ganz schön viel Arbeit, nicht wahr? :)
In Sheabutter gebraten...
In Bamako, der Hauptstadt Malis, gelten in Shea gebackene Krapfen als Delikatesse - die Butter verleiht ihnen einen charakteristischen, nussigen Duft. Die Krapfen werden mit Milchpulver und Zucker bestreut oder kurz vor dem Verzehr in Milch getunkt.
Das Begu-Ritual - der Beginn der Ernte der Butterbaumfrüchte
Die erste Ernte des Jahres ist ein großes Ereignis und wird im Rahmen eines Rituals namens Begu gefeiert. Es beginnt mit einem Festmahl, bei dem Gerichte aus braunen Bohnen gegessen werden, angereichert mit Butterbaumfrüchten und Sheabutter aus den ersten Samen der neuen Saison.
Sheabutter - das Gold der Frauen Afrikas
Der Tradition nach dürfen an der Ernte und am gesamten Herstellungsprozess des Rohstoffs ausschließlich Frauen und Kinder teilnehmen - Männer dürfen die heiligen, nicht zum Fällen bestimmten Bäume nämlich nicht berühren. Eine Ausnahme bilden Jungen, die noch nicht in die Pubertät gekommen sind. Die Früchte reifen fast ein halbes Jahr - die Ernte ist frühestens um Mai/Juni möglich. Die Früchte werden nicht von den Bäumen gepflückt, was die Arbeit deutlich erschwert und verlängert - verwendet werden nur die reifen Früchte, die von selbst zu Boden gefallen sind. Und da Butterbäume oft einzeln stehen, legen die Frauen mitunter viele Kilometer zurück, um die gewünschte Fruchtmenge zu sammeln. Je nach Größe und Alter des Baumes sowie den Wetterbedingungen der jeweiligen Saison lassen sich von einem Baum bis zu 40 kg "grünes Gold" ernten, was wiederum knapp 2-3 kg reine, überaus wertvolle, unraffinierte Sheabutter ergibt. Die lokalen Gemeinschaften, die Sheabutter auf traditionelle Weise gewinnen, verwenden dabei weder hohe Temperaturen noch chemische Zusätze. Die seit über hundert Jahren unveränderte Methode der Gewinnung dieses Rohstoffs nennt man die "kalte" Methode.
Der Prozess der Sheabutter-Gewinnung
Zu Beginn werden die Früchte sortiert und gereinigt - Schale und Fruchtfleisch werden entfernt und die Früchte etwa eine halbe Stunde gekocht, um Verunreinigungen und Reste des äußeren Fruchtteils loszuwerden. Die ausgekochten Nüsse werden auf dem Boden ausgelegt und zum Trocknen liegen gelassen, am besten in der Sonne (und da die Ernte in die Regenzeit fällt, ist eine gute Überwachung dieser Etappe seeehr wichtig). Nach dem Trocknen bricht die Schale mühelos auf - mit einem Stein oder einem Holzwerkzeug klopfen die Frauen die Nüsse behutsam an und befreien den darin verborgenen Samen. Anschließend werden die Schalen von den Samen getrennt, und jeder einzelne Samen wird sorgfältig auf seine Qualität geprüft, was sehr zeitaufwendig ist. Die Samen, die den Anforderungen entsprechen, werden erneut, oft mehrfach, gewaschen und... getrocknet ;).
FUN FACT!
Samen, die für die Produktion von Bio-Sheabutter bestimmt sind, sollten auf Zementflächen oder speziellen Planen trocknen, die eine Verunreinigung der Samen verhindern.
Die ausgewählten Samen werden anschließend mit einem Mörser aus Holz oder Stein zu einem grobkörnigen Mehl zerstoßen (möglich ist auch das Mahlen der Samen in speziellen Mühlen, sofern diese im jeweiligen Dorf vorhanden sind, was den Prozess erheblich erleichtert und beschleunigt). Die gemahlenen Samen werden dann in Drehöfen geröstet. Traditionell wurden zum Rösten riesige Töpfe verwendet - die Frauen mussten die Samen dabei ununterbrochen umrühren, was Verbrennungen zur Folge haben konnte - heute ist dieser Vorgang dank geschlossener Öfen deutlich sicherer. Nach dem Rösten werden die gemahlenen Samen auf einer Zementfläche ausgebreitet - sie müssen abkühlen, und die eventuelle Feuchtigkeit verdunstet. Danach werden die Samen erneut gemahlen. Das Ergebnis ist eine klebrige, braune Paste, der im nächsten Schritt Wasser zugesetzt wird. Was aber macht Wasser bei der Gewinnung eines Fettes? Wozu gibt man Wasser zu den zuvor sorgfältig getrockneten, gerösteten und gemahlenen Samen des Butterbaums? Die dicke, klebrige Paste, die beim zweiten Mahlen der Körner entsteht, wird durch Frauenhände auf wahrhaft bemerkenswerte und bewundernswerte Weise schon bald zu einem echten Aschenputtel-Wunder. Also - es werde Magie! Das richtige Verhältnis des zugesetzten Wassers erlaubt es, die ideale Konsistenz einer Masse zu erzielen, die zum langen Aufschlagen bereit ist. Die Paste wird von Hand kräftig gerührt und geschlagen, wobei immer wieder Wasser zugegeben wird, das den Teilchen des austretenden Öls beim Zusammenfinden hilft. Das ist eine sehr schwere und zeitaufwendige, aber ungemein entscheidende Etappe - an der Oberfläche des Gefäßes erscheint schließlich eine helle, luftige Masse. Die entstandene cremige Masse wird anschließend leicht gekocht und sehr präzise gefiltert, um eventuelle Rückstände aus der Produktion und überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen. Diese Etappe darf nicht in Eile ablaufen - von ihr hängen Qualität und Haltbarkeit des fertigen Produkts ab. Die Masse wird von Hand abgeseiht und zum Abkühlen stehen gelassen. Da ist sie endlich - unraffinierte, nach traditioneller Methode hergestellte Sheabutter. Ein Rohstoff, reich an Fettsäuren, kompakt, von einheitlicher Konsistenz, mit ausgeprägtem Duft und Geschmack und einer zarten, cremigen Farbe. Sie geben uns sicher recht, dass die Herstellung dieses unscheinbaren, in der heutigen Kosmetik recht verbreiteten Rohstoffs Bewunderung verdient? Die enorme Arbeit und Geduld zahlen sich mit einem wirklich außergewöhnlichen Produkt aus, in das man sich rettungslos verliebt und das man lange nicht vergisst. Sehr lange. Um die Rentabilität der Butter zu steigern und ihre Gewinnung zu beschleunigen und zu vereinfachen, haben große Konzerne begonnen, Shea mithilfe chemischer Lösungsmittel herzustellen - ein solcher Rohstoff ist von Bio jedoch weit entfernt. Auch die ungemein wohltuenden und vielseitigen Eigenschaften, über die der traditionell gewonnene Rohstoff verfügt, sucht man darin vergebens.
Shea - ein Reichtum an Wirkstoffen
Was finden wir in der Sheabutter?
- 5 Fettsäuren
- Vitamine
- unverseifbare Anteile
- Wachse, Allantoin
- Phytosterole, Katechine, Gallussäure, Zimtsäure
und vieele weitere Bestandteile!
5 Fettsäuren
Sheabutter ist ein Reichtum an ungesättigten und gesättigten Fettsäuren: Öl-, Stearin-, Palmitin-, Arachin- und Linolsäure. 90 % macht eine Mischung aus zweien davon aus - Öl- und Stearinsäure. Ihr Verhältnis hängt von der Herkunftsregion der Butter ab und beeinflusst deren Konsistenz: Stearinsäure macht Shea hart, Ölsäure dagegen weicher. Sheabutter aus Uganda etwa hat einen höheren Anteil an Ölsäure (bis zu 55 %), ist weicher und kann bei Raumtemperatur flüssig werden. In der Zusammensetzung von Shea aus Ghana macht wiederum mehr als die Hälfte die Stearinsäure aus - deshalb ist die Butter aus dieser Region (auch die ministerielle!) härter :). Dank des hohen Gehalts an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren schützt Sheabutter vor übermäßigem Verdunsten von Wasser aus der Epidermis - sie wirkt also indirekt feuchtigkeitsspendend. Die Säuren verbessern zudem die Elastizität und Spannkraft der Haut. Darüber hinaus wirkt Ölsäure weichmachend, und Stearinsäure ist für die Stärkung der Lipidbarriere der Haut verantwortlich. Linolsäure wiederum lindert Reizungen und gleicht den Hautton aus.
Die Vitamine A, E und F...
...sowie die unverseifbaren Anteile helfen, die Haut in gutem Zustand zu halten, und unterstützen ihre Regeneration. Sie helfen im Kampf gegen Alterserscheinungen, indem sie die Kollagensynthese unterstützen und schützend auf die Haut wirken. Sie machen gereizte, raue, trockene und rissige Haut weicher und beruhigen sie. Sie glätten, nähren und verbessern den Zustand von Haaren und Nägeln.
Allantoin
Es besitzt feuchtigkeitsspendende und lindernde Eigenschaften und regt die Regeneration der Haut an. Es spendet Feuchtigkeit, indem es Wassermoleküle in den Zellen der Epidermis bindet, beruhigt, mildert Rötungen und glättet. Es gilt als hypoallergen - wir finden es in Produkten für die Pflege empfindlicher, trockener, gereizter und atopischer Haut sowie der zarten Kinderhaut.
Phytosterole, Katechine...
...sowie Gallus- und Zimtsäure wirken antioxidativ - ihnen verdankt Shea seine Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen das Ranzigwerden. Sie beruhigen und unterstützen die Regeneration gereizter Haut und wirken zudem gegen die Hautalterung - sie straffen die Haut, machen sie elastischer und mildern feine Fältchen. Zimtsäure unterstützt darüber hinaus den Schutz vor UVB-Strahlung. Puh... das ist eine ganze Menge :) Anhand der (kurz umrissenen, wir wollen Sie nicht mit Details langweilen ;)) Zusammensetzung sehen Sie, wie vielseitig der Rohstoff Shea ist - er findet Anwendung in der Pflege des Körpers (von Erwachsenen und Kindern) sowie von Haaren und Nägeln. Hersteller von Naturkosmetik in aller Welt können sich ihre Produkte ohne Sheabutter nicht vorstellen. Dank ihrer reichen Zusammensetzung ist sie ungemein multifunktional. Wir verwenden sie pur oder in Kombination mit anderen Rohstoffen.
Karité-Butter für alle - wie wirkt sie?
Shea ist ein Emolliens
Sheabutter ist ein Emolliens - vom lateinischen emolliere, "weich machen". Aufgabe der Emollentien ist es jedoch nicht nur, weich zu machen, sondern auch, die Haut rückzufetten und mit Feuchtigkeit zu versorgen sowie den Aufbau einer Schutzschicht auf ihrer Oberfläche (der sogenannten Okklusion) zu unterstützen, die einen übermäßigen Wasserverlust verhindert. Sie werden vermutlich einwenden, dass die Haut doch ihren eigenen Schutzmantel besitzt... Das stimmt! Durch eine zu aggressive oder unpassende Pflege (etwa nicht an die Witterung angepasste) kann er jedoch geschwächt werden. Eine geschwächte Hydrolipidschicht führt dazu, dass unsere Haut trocken, rau und empfindlich wird, zu Reizungen neigt, gerötet und juckend ist und Alterserscheinungen (Fältchen, Verlust der Festigkeit) schneller sichtbar werden. Um ihren Zustand zu verbessern, braucht es eine passende Pflege mit Produkten, die Wasser in der Epidermis halten und eine Schutzschicht auf der Hautoberfläche bilden - also mit Emollentien :).
Empfindliche und trockene Haut
In der Pflege trockener Haut ist Sheabutter ideal - dank des hohen Gehalts an Fettsäuren (unter anderem Öl-, Linol- und Stearinsäure) dichtet sie die Schutzbarriere der Haut ab, stärkt sie und hält sie in gutem Zustand. Sie bildet auf der Oberfläche eine zarte Okklusion, die ein übermäßiges Verdunsten von Wasser aus der Epidermis verhindert und so den Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöht. Nach dem Erwärmen in den Händen massieren wir sie also ein in:
- Ellbogen, Knie, Fersen,
- Waden (die nach der Heizperiode oder häufigen Bädern/Schwimmbadbesuchen meist aussehen wie eine von der Sonne aufgesprungene Wüste),
- durch Reinigungsmittel ausgetrocknete Hände sowie die Nagelhaut rund um die Nagelplatte,
- die Haut von Säuglingen und Kindern, um den zarten Lipidmantel der jungen Haut zu unterstützen.
Bei Bedarf kann Sheabutter auch dem Badewasser zugesetzt werden, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Säuglingen. Ein Stückchen Karité, das ins warme Wasser gegeben wird, löst sich schnell auf und hüllt die Haut in eine angenehme, zarte Schutzschicht. Sie macht weich, nährt und beugt dem unangenehmen Gefühl von Trockenheit oder Spannung der Haut vor.
Gereizte, juckende, gerötete Haut
Die Vitamine A, E und F sowie die unverseifbaren Anteile der Sheabutter und das Allantoin unterstützen die Regenerationsprozesse gereizter und juckender Haut (frisch gebräunte Haut und wachsende Schwangerschaftsbäuche werden enorme Erleichterung spüren!). Vitamin A trägt zusätzlich dazu bei, frisch entstandene Dehnungsstreifen aufzuhellen. Auch die Linolsäure bleibt nicht untätig - sie beruhigt und lindert und hilft zugleich gegen Pigmentflecken. Bleiben wir kurz bei den Schwangerschaftsbäuchen (denn die Damen fragen oft, was man zu ihrer Pflege verwenden kann ;)): Wir müssen sagen, dass Shea hier wirklich ganze Arbeit leistet (sofern die werdende Mutter nicht auf den Rohstoff selbst empfindlich reagiert) - es lindert den Juckreiz, der durch die Dehnung der Bauchhaut entsteht, macht sie elastischer und gleicht den Hautton aus, wodurch eventuelle Dehnungsstreifen aufgehellt werden. Es kann auch zur Pflege der Brüste (die kein Kind stillen), geschwollener Füße und Waden verwendet werden. Sanft einmassieren können wir es also in:
- wachsende Schwangerschaftsbäuche (Sheabutter wirkt auf die oberflächlichen Hautschichten und gelangt nicht ins Nabelschnurblut) sowie in die Brüste
- gebräunte, gerötete Haut (Shea beruhigt und lindert Schwellungen und unterstützt die Regenerationsprozesse)
- juckende Haut mit Anzeichen von Entzündungen (etwa bei Ekzemen oder Schuppenflechte)
Fältchen, Verlust der Festigkeit
Und hier kommen neben den bereits erwähnten Bestandteilen noch Katechine und Phytosterole hinzu, die nicht nur die Regenerationsprozesse der Epidermis unterstützen, sondern auch ihre Festigkeit verbessern. Sie aktivieren die Synthese von Kollagen und Elastin, die wir mit dem Alter verlieren, wodurch die Haut elastischer und spannkräftiger wird. Sanft klopfen wir es also ein in:
- geschwollene, müde Lider
- die Augenwinkel, "befallen" von den sogenannten Krähenfüßen
- Po und Oberschenkel, die zu Dehnungsstreifen neigen (aber nicht nur ;))
- rissige, spröde Lippen
- Dekolleté und Hals
Haare
Shea ist eher als Rohstoff für die Körperpflege bekannt. Dank seiner natürlichen Wirkstoffe findet es jedoch auch in Haarprodukten Anwendung. Man begegnet ihm als Bestandteil von Spülungen, Masken und Shampoos sowie (deutlich seltener) als Solist auf der Bühne der "Hair Care"-Kosmetik. Dank seiner festen Form lässt es sich hervorragend auftragen, und dank seiner feinen Teilchen dringt es schnell in die Haarstruktur ein und pflegt sie über die gesamte Länge (bis zu den Wurzeln!). Die reiche Zusammensetzung und vor allem der hohe Gehalt an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren machen Shea sowohl für die Pflege mittel- als auch niedrigporöser Haare geeignet.
Mittelporöses Haar
Häufig lockig, trocken, brüchig, mit Neigung zu Frizz. Da ihm die natürliche Schutzschicht fehlt, öffnet sich die Schuppenschicht und das Haar verliert Feuchtigkeit - es wird rau und glanzlos. "Mittelporöses" Haar braucht daher entsprechende Nährstoffe, Regeneration, wiederhergestellte Feuchtigkeit, Glanz und Glättung, Sprungkraft und natürlich Schutz. Shea passt als Emolliens perfekt in dieses Bild. Als Maske verwendet (für das Haar, aber auch für die Kopfhaut), schützt es vor der aggressiven Wirkung der in Shampoos enthaltenen Tenside. In Spülungen wiederum bildet es zusammen mit Humektanten eine zarte Schutzschicht auf der Haaroberfläche (ohne es zu beschweren) und hält die Feuchtigkeit im Haar, wodurch dieses geschmeidiger, glatter und voller Leben wird. Der auf dem Haar gebildete "Schild" schützt es zudem vor ungünstigen äußeren Klimaeinflüssen wie Wind, Sonne oder Wasser sowie vor jenen, die aus Pflegemaßnahmen resultieren (Föhn, Lockenstab, Glätteisen), sodass es weniger brüchig und weniger anfällig für Frizz wird.
Niedrigporöses Haar
Von Natur aus glatt, leicht und wenig geschädigt, reagiert dieses Haar wiederum empfindlich auf äußere Einflüsse (etwa zu hohe oder zu niedrige Temperaturen, auch bei Pflegemaßnahmen). Dadurch kann es geschwächt sein, weshalb es sich lohnt, ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Dank seiner feinen Teilchen, die (wie erwähnt) schnell in die Haarstruktur eindringen, verleiht Shea Glanz, macht das Haar elastischer und glättet es, sodass es sich leichter kämmen lässt. Indem sie auf der Oberfläche einen unsichtbaren Schutzfilm (eine Art Hülle) bildet, schützt die Karité-Butter die Schuppen des Haares vor Schäden und Spliss - da sie enger aneinanderliegen, wird das Haar kräftiger, gesünder und glänzender. Bei niedrigporösem Haar lohnt es sich, Shea ab der Mitte der Länge aufzutragen - so fetten wir die Kopfhaut nicht übermäßig, schützen und nähren aber die Spitzen :).
Die Kopfhaut
Sheabutter findet auch in der Kopfhautpflege Anwendung - sie stärkt die Haarwurzeln, wodurch die Haare kräftiger und gesünder wachsen. Bei der Massage einer gereizten und trockenen, zu Schuppen und Entzündungen neigenden Kopfhaut nährt und beruhigt sie und gibt der Haut ihre Feuchtigkeit zurück. In den Händen erwärmt, findet sie auch in der Pflege der Kopfhaut von Säuglingen und Kindern Anwendung - sie hilft nämlich, die Schuppen des Milchschorfs aufzuweichen und zu entfernen.
Wir müssen jedoch bedenken, dass jeder von uns eine andere Haarporosität und -struktur hat - was bei den einen funktioniert, muss bei uns nicht genauso wirken :). Ausprobieren lohnt sich dennoch, denn es kann sich zeigen, dass dieses unscheinbare Monokosmetikum genau das ist, was Ihre Haare gebraucht haben. No more bad hair days please! ;)
Shea - ein absolut universelles Kosmetikum
Wie Sie lesen konnten, ist Sheabutter als Solist ein absolut multifunktionales Kosmetikum. Wir hoffen, wir konnten diejenigen unter Ihnen, die sie noch nicht kennen, zumindest ein wenig dafür begeistern, und falls hier aktive Shealover anwesend sind - Sie noch mehr in Stimmung bringen :). In der Kosmetik kann sie (unter anderem ;)) die Rolle übernehmen von:
- einer Lotion für Körper, Hände und Füße,
- einer Nagelpflege,
- einem Lippenbalsam,
- einer Spülung/Maske für Haar und Kopfhaut,
- einem nährenden Badezusatz,
- einer Creme gegen Fältchen rund um die Augen,
- einer revitalisierenden Creme für Dekolleté und Hals,
- einem Balsam für Schwangerschaftsbäuche.
Unraffinierte Sheabutter, Karité, seltener auch Galam genannt, ist reich an wohltuenden Wirkstoffen, die die Regeneration, den Wiederaufbau und den Schutz unserer Haut und Haare unterstützen. Sie bildet die Grundlage natürlicher Pflege und wird oft als Basis für die Herstellung anderer Kosmetika verwendet. Das wundert uns überhaupt nicht ;). Der unraffinierte Rohstoff zeichnet sich durch eine zarte, cremige, mitunter dunklere Farbe und einen charakteristischen Duft aus, der (je nach Charge und Herkunftsregion) mehr oder weniger intensiv ist.
Der Duft wird unterschiedlich beschrieben - als butterig, nussig, rauchig, manchmal geräuchert. Bei der Raffination verliert Shea nicht nur diese beiden Eigenschaften (die Farbe raffinierter Butter ist sehr hell und der Duft kaum wahrnehmbar), sondern auch einen Teil der für seine Einzigartigkeit sehr wichtigen Bestandteile. Wenn Ihnen also an einer ausgeprägt nährenden Wirkung gelegen ist, lohnt es sich, Karité-Butter in der unraffinierten, ökologischen Variante aus zertifiziertem Anbau zu wählen. So können Sie sich ihrer Reinheit, ihres Herstellungsprozesses und der Importbedingungen sicher sein - das ist ungemein wichtig, wenn wir die Unterstützung der lokalen Gemeinschaften im Blick haben, die an der Produktion dieses außergewöhnlichen Rohstoffs beteiligt sind. Unsere Sheabutter importieren wir für Sie aus Ghana. Sie wird dort von lokalen Frauengemeinschaften hergestellt, die mit ihrem Verkauf das Einkommen ihrer Familien sichern. Sie trägt das Zertifikat Fair For Life sowie eine vollständige Bio-Zertifizierung. Sie kommt in großen Blöcken zu uns, die wir anschließend schneiden und in gläserne Apothekertiegel umfüllen. Für sie haben wir das europäische V-Label Vegan erhalten.
Wir laden Sie ein, sie zu lieben.